„Weibs-Bilder” im Schloss vor Husum

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(CIS-intern) – Derzeit stellt die neue Ausstellung im Husumer Schloss ausschließlich Künstlerinnen in den Fokus. Ihre Werke sind seit vielen Jahren Bestandteil der umfangreichen Kunstsammlung des Museumsverbundes Nordfriesland und gehören zum unveräußerlichen Fundus der Nissenstiftung. Bis zum 1. November 2020 sind die ausgewählten Werke in der Sonderausstellung „Weibs-Bilder“ in der Dachgalerie im Schloss vor Husum zu sehen.

Bild: Lwoff Parlaghy

Begründet wurde die Sammlung der Nissenstiftung durch den Husumer Auswanderer Ludwig Nissen (1855-1924), der in den USA als erfolgreicher New Yorker Geschäftsmann und mehrfacher Millionär vor allem amerikanische und vereinzelt europäische Kunst sammelte. Darunter zunächst nur wenige Bilder von Frauen. 1923 erwarb Nissen jedoch zahlreiche Bilder, einige Plastiken und andere Kunstgegenstände aus dem Nachlass der aus Ungarn stammenden, in Deutschland ausgebildeten und seit 1907 in New York lebenden, exzentrischen Prominentenmalerin Vilma Lwoff-Parlaghy (1863-1923). Sie hatte auch Ludwig und seine Ehefrau Kathy Nissen porträtiert.

Ludwig Nissen erwarb ihre Arbeiten mit Blick auf sein in Husum zu gründendes Museum und war offenbar von der identitätsstiftenden Macht der Kunst für die Öffentlichkeit überzeugt. Ein Highlight seiner Kunstsammlung ist das berühmte Bild des „Pariser Pferdemarktes“ der französischen Tiermalerin Rosa Bonheur (1822-1899) aus dem Jahre 1853, das einen eigenen starken, letztendlich internationalen Akzent zu setzen vermochte. Kunst von Frauen begleitete die Husumer Museumsarbeit somit von Anfang an.

Nach seiner Eröffnung 1937 erwarb das Husumer Nissenhaus im Laufe der Jahre eine Reihe von Werken von Frauen. Schenkungen kamen hinzu. Exemplarisch verwiesen sei in diesem Zusammenhang auf die Bilder von Käte Lassen (1880-1956) oder von Gerda Schmidt-Panknin (geb. 1920). Bilder, Plastiken und Objekte greifen in den letzten Jahren nach allen möglichen Seiten hin aus, wobei sich immer wieder Gegensätze und Brüche auftun. Die Ausstellung verdeutlicht einmal mehr die allgemeine Entwicklung und damit die Bedeutung der Kunst von Frauen mit Blick auf die museale Sammlung der Nissenstiftung. Diese hat in den letzten beiden Jahrzehnten noch einmal sichtbar zugenommen, wobei es zu ebenso selbstbewusst wie selbstverständlich vorgetragenen, längstens unverzichtbaren künstlerischen Setzungen gekommen ist, in denen sich einmal mehr unterschiedliche Strömungen zeigen.

Die Ausstellung ist bis zum 1. November 2020 in der Dachgalerie des Husumer Schlosses zu sehen. Unter Einhaltung der aktuellen Hygieneauflagen und Kontaktbeschränkungen ist der Besuch zu den regulären Öffnungszeiten möglich.

Schloss vor Husum
König-Friedrich V.-Allee
25813 Husum

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr

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