WM in Brasilien: aus Protest wird es im Speicher Husum kein Public Viewing geben

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WM in Brasilien: aus Protest wird es im Speicher Husum kein Public Viewing geben
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fusskaputt(CIS-intern) – Die Fifa wird mit der WM 2014 erneut Milliardengewinne erzielen, für die Menschen in Brasilien herrscht aber wenig Grund zur Freude. Im Gegenteil: Menschen werden im Vorfeld der WM aus ihren Behausungen vertrieben, Strassenhändler verlieren wegen der Lizenzpolitik der Fifa ihre Existenz, und für Brasilien bleibt ein Schuldenberg, der unweigerlich zur Kürzung von Sozialleistungen führen wird – nicht zuletzt, weil die Fifa mit Sondergesetzen durchdrückt, dass sie auf ihre Gewinne keinen Real Steuern bezahlen muss.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Wir haben zwei Filme ins Programm genommen, mit denen wir zur Auseinandersetzung mit Brasilien anregen möchten.
Mi, 28. Mai, 20:00 Uhr
Film
Birdwatchers. Das Land der Roten Menschen
Die weißen Großgrundbesitzer im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul führen ein komfortables Leben. Der Anbau von genveränderten Pflanzen auf ihren gewaltigen Feldern ist nicht die einzige Einnahmequelle, auch »Birdwatching«-Touren für Touristen sind im Angebot. Die für diese Touren als Foto-Attraktion engagierten Guarani-Kaiowa Indianer fristen dagegen ein klägliches Leben in ihren Reservaten abseits der fruchtbaren Plantagen, vertrieben von dem Land, das einmal ihnen gehörte. Und es ist dieses perspektivlose Dasein, das die Revolution eines Stammes auslöst… Regisseur Marco Bechis nimmt den Zuschauer mit auf eine hypnotische Reise ins Innere des brasilianischen Regenwaldes. Er präsentiert dabei nicht nur beeindruckende Bilder, sondern verschafft auch Einblicke in die Ungerechtigkeiten, denen die in der Region lebenden Indios auch in unserer Zeit noch ausgesetzt sind.
Regie: Marco Bechis
I, BRA 2008, 108 min
Eintritt: 4 €

Donnerstag, 05. Juni, 20:00 Uhr
Film
Count -Down am Xingu IV
Brasilianisches Amazonasgebiet. Mit Motorsägen werden die ersten Holzhäuser »gefällt« – wie morsche Bäume. Denn die Umsiedlung von fast 40 000 Menschen hat begonnen – am Fluss Xingu. Hier entsteht der drittgrößte Staudamm der Welt – Belo Monte: Strom für den »wirtschaftlichen Aufstieg Brasiliens«. So die offizielle Version. Doch hinter den Kulissen geht es um riesige Gewinne für Baufirmen, Politiker und internationale Konzerne. Dafür werden über 600 qkm Urwald gerodet, Indigene, Flussbauern und Bewohner der Stadt Altamira »zwangsumgesiedelt«.
Das Riesengeschäft für internationale Konzerne und die brasilianische »Baumafia« geht auf Kosten der »grünen Lunge der Welt« und der Menschen, die hier leben. Eine spannende Reportage von Filmemacher Martin Keßler – im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft.
Dokumentarfilm von Martin Keßler
D 2014, 73 min
Eintritt: 4 €

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