Sylt: Mövenbergdeich verstärkt, Wellenbrecher schützt Ortslage Hörnum

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Sylt: Mövenbergdeich verstärkt, Wellenbrecher schützt Ortslage Hörnum
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Im000756_jpg(CIS-intern) – Sylts Küste ist gut geschützt. Das zeigte sich heute (10. November 2014) bei der Abnahme von zwei großen Küstenschutzmaßnahmen. Der 1937 erbaute Mövenbergdeich auf der Wattseite im Norden Sylts bei List wurde auf 2,5 Kilometern Länge verstärkt und der Wellenbrecher bei Hörnum, am Südende der Insel, um 400 Meter verlängert. Zudem wurden in diesem Jahr auf Sylt an neun Strandabschnitten der Sylter Westküste rund 1 Million Kubikmeter Sand aufgespült. Diese Arbeiten sind Teil der bis 2016 beauftragten jährlichen Sandvorspülungen.

„Mit diesen Maßnahmen erhält unsere längste und exponierteste Inselküste einen zeitgemäßen Schutz. Das zeigte sich bereits beim ersten Herbststurm vor drei Wochen, bei dem die neuen Küstenschutzeinrichtungen ihre erste Bewährungsprobe gut bestanden haben“, erläuterte Dietmar Wienholdt, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Meeres- und Küstenschutz im Kieler Umweltministerium bei der Bauabnahme, an der auch Vertreter der Inselgemeinden und des Landschaftszweckverbandes Sylt teilnahmen.

Der Bau des Mövenbergdeiches und der Schutzdüne kosten 10,5 Millionen Euro, der Wellenbrecher bei Hörnum rund 2,3 Millionen Euro und die diesjährigen Sandvorspülungen rund 6,4 Millionen Euro. Die Kosten werden aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ von Bund und Land und anteilig von der EU aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes getragen.

Abteilungsleiter Wienholdt erklärte: „Nach etlichen zähen Jahren der Planung können wir heute nach zweijähriger Bauzeit endlich die Fertigstellung der Deichverstärkung Mövenbergdeich feiern. Zusammen mit der Verlängerung des Tetrapodenlängswerkes an der Hörnumer Odde und den diesjährigen Sandaufspülungen können die Sylter Bürgerinnen und Bürger den Winterstürmen mit einem guten Gefühl entgegensehen. Ich danke dem für die Küstenschutzarbeiten verantwortlichen Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Husum, den Gemeinden, dem Landschaftszweckverband Sylt und den bauausführenden Firmen für die Abstimmung und hervorragende Durchführung der diesjährigen Küstenschutzmaßnahmen auf Sylt“.

Mövenbergdeich:
Der Mövenbergdeich zählte zu den niedrigsten Deichabschnitten, da er nicht mehr den heutigen Anforderungen an einen Landesschutzdeich entsprach. Durch die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten erhielt er ein spezielles Profil und wurde auf sechseinhalb Meter über Normalnull erhöht. Der Deich liegt in einem ökologisch sensiblen Gebiet, das durch das Naturschutzrecht des Landes und der EU geschützt ist. Um die überbauten Flächen möglichst gering zu halten, verzichtete man auf den üblichen Bau des landseitigen Deichverteidigungsweges und des seeseitigen Treibselabfuhrweges. Stattdessen gibt es einen breiten und befestigten Weg auf der Deichkrone. Er bietet Spaziergängern und Radfahrern einen guten Blick in den als Zone 1 des Nationalparks ausgewiesenen Königshafen sowie in den Lister Koog. Die Deichböschungen wurden mit einem Mastix-Schotterdeckwerk auf Heißbitumensand befestigt. Die offenporige Struktur dieses Materials unterstützt es, dass die Außenböschung mit der Zeit zusandet und sich eine standorttypische Vegetation bilden kann.

Vor dem Alfred-Wegener-Institut, unmittelbar am Ortsrand von List, wurden 120.000 Kubikmeter Sand aufgespült. Damit wurde eine acht Meter hohe und 350 Meter lange Hochwasserschutzdüne geschaffen und ein Sanddepot angelegt, das die Düne auf natürlichem Weg mit Material versorgen kann.

Wellenbrecher:
An der Hörnumer Odde wurde der bestehende 350 Meter lange Wellenbrecher auf 750 Meter verlängert. Dazu wurden etwa 2300 Tetrapoden und etwa 210.000 Kubikmeter Spülsand eingesetzt. An mehreren Strandabschnitten Sylts sollten die Tetrapoden früher dem Schutz der Dünen dienen, haben aber aufgrund der nunmehr jährlich erfolgenden Sandvorspülungen keine Funktion mehr und waren teilweise versandet. Der neue Wellenbrecher kann und soll nicht die gesamte Südspitze Sylts sichern, aber Hörnums Ortslage. Der jüngste Sturm zeigte, dass dies funktioniert, denn in den hinter dem Wellenbrecher liegenden Strandbereichen und Dünen gab es keine Sandverluste.

Sandvorspülungen:
Mit den Sandaufspülungen an der Westküste Sylts wird seit 1972, seit 1983 alljährlich das Material ersetzt, das durch die Brandung verloren geht oder sich an den Nord- und Südenden Sylts anlagert – jährlich rund eine Millionen Kubikmeter. Es wird ersetzt durch Sand, der acht Kilometer vor Westerland aus 15 Metern Tiefe von Saugbaggern entnommen wurde. Diese Spezialschiffe fahren das Wasser-Sand-Gemisch nah vor die Küste. Dort nehmen sie das schwimmende Ende einer zuvor verlegten Rohrleitung auf und spülen das Material an den Strand, in diesem Jahr an neun Strandabschnitten.

In Schleswig-Holstein existieren auf 433 Kilometern Landesschutzdeiche. Sie schützen zusammen mehr als 95 Prozent der insgesamt fast 3.950 Quadratkilometer überflutungsgefährdeten Küstenniederungen. 93 Kilometer dieser Landesschutzdeiche müssen in den kommenden Jahren verstärkt werden. In den letzten 10 Jahren (einschl. 2014) standen durchschnittlich 63 Millionen Euro pro Jahr für den Küstenschutz zur Verfügung. Etwa 20 Millionen davon werden für die Unterhaltung der Küstenschutzanlagen aufgewendet, der Rest wird für Maßnahmen zur Verbesserung des Küstenschutzes wie Deichverstärkungen und Sandaufspülungen eingesetzt.

Das Landesprogramm Schleswig-Holstein wird kofinanziert aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER und dem Europäischen Strukturfonds EFRE.

PM: Nicola Kabel | Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

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