Regen, Regen, Regen – angespannte Hochwassersituation im Binnenland, besonders an der Treene

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Regen, Regen, Regen – angespannte Hochwassersituation im Binnenland, besonders an der Treene
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P3291249(CIS-intern) – Die andauernden Regenfälle und Westwind haben in Schleswig-Holstein zu einer angespannten Hochwassersituation an nahezu allen Binnengewässern geführt. Um für eine Entlastung zu sorgen, fährt der Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) deshalb an den Elbnebenflüssen Stör, Pinnau und Krückau seit heute (23.Dezember 2014) den sogenannten Sielbetrieb. Dies teilte das Umweltministerium mit.

Im Sielbetrieb werden die ansonsten geöffneten Tore der Sperrwerke bei auflaufender Tide geschlossen, um zusätzlichen Speicherraum für das aus den Einzugsgebieten der Niederung zufließende Wasser zu schaffen. Landwärts der Sperrwerke können die eintretenden Wasserstände so gesenkt werden. „Damit unterstützt das Land die Wasser- und Bodenverbände bei der Wahrnehmung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe“, sagte Umweltminister Robert Habeck. Für den Binnenhochwasserschutz sind die Verbände zuständig.

Wie das Umweltministerium weiter mitteilte, sind durch die anhaltend hohen Niederschläge und Wasserstände die Deiche an den Flüssen zunehmend durchfeuchtet. Am Pegel Treia im Einzugsgebiet der Treene wurde der bisherige Höchststand am Vormittag überschritten. Die oberhalb liegenden Pegel zeigen einen weiteren Anstieg der Abflüsse auf, so dass sich die Situation hier noch weiter verschärfen kann. Der verantwortliche Eider-Treene-Verband überwacht den Zustand der Deiche mit Experten. Zur Absenkung der kritisch werdenden Wasserstände hat der Verband einen Deich im Bereich des Tollenmoores geöffnet und angrenzende, rein landwirtschaftlich genutzte Flächen geflutet. Das Land wird den Verband bei Bedarf bei Maßnahmen zur Deichverteidigung unterstützen.

Seit dem 17. Dezember führt eine anhaltende Westwindlage zusammen mit ergiebigen Niederschlägen zu steigenden Wasserständen in den Binnengewässern Schleswig-Holsteins. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am 23. Dezember eine Unwetterwarnung herausgegeben, nach der bis zum 24. Dezember verbreitet Niederschläge von über 60 Liter und örtlich bis über 80 Liter pro Quadratmeter zu erwarten sind. Die Hochwassersituation kann sich daher an einzelnen Gewässern weiter verschärfen.

Für die Entwässerung der Niederungen und Marschen sind die Tideniedrigwasserstände in der Nordsee und der Elbe entscheidend. Seit ungefähr einer Woche liegen die Tideniedrigwasserstände zwischen einem halben und einem Meter über den mittleren Werten. Dadurch kann weniger Wasser aus den Binnengewässern in die Nordsee und die Elbe abfließen. Verschärft wird die Situation durch die ergiebigen Niederschläge der letzten Tage, weil so die Wassermengen steigen. Nach den Vorhersagen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrologie ist beim Tideniedrigwasser am Morgen des 24. Dezember eine geringfügige Entspannung zu erwarten. Nachfolgend werden sich die Tideniedrigwasserstände aufgrund weiterer durchziehender Tiefdruckgebiete wieder leicht erhöhen. Die Schauer- und Gewittertätigkeit wird nach den Erkenntnissen des DWD erhalten bleiben. Eine durchgreifende Entspannung ist demnach vorerst nicht zu erwarten.

PM: melur