Neues Husumer Radio-Projekt für Menschen mit Behinderungen

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(CIS-intern) – Sozialministerin Kristin Alheit startet heute (11.4.) zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern des Offenen Kanals Schleswig-Holstein und der Husumer Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) das erste inklusive Werkstatt-Radioprojekt in Schleswig-Holstein. Das nunmehr 28. Außenstudio des Offenen Kanals Schleswig-Holstein (OKSH) wird ab sofort der Arbeitsplatz von sechs Beschäftigten der Husumer Werkstätten sein, die dort ihre eigenen Sendungen entwickeln, produzieren und ausstrahlen werden.

Ministerin Alheit betonte zur Eröffnung des Radiostudios: „In den letzten Jahren hat das Interesse der Medien an dem Thema Menschen mit Handicap zugenommen. Das ist erfreulich. Dabei wird meistens nur über Menschen mit Behinderungen berichtet. Beim Projekt HusFunk werden Menschen mit Behinderung selbst zu Berichterstattern. Das ist richtungsweisend und ein Stück aktive und selbstbestimmte Teilhabe an unserer Medienwelt. Das verstehe ich unter Inklusion.“

Foto: sokaeiko / pixelio.de

Jutta Kürtz, die Beiratsvorsitzende der Offenen Kanäle in Schleswig-Holstein betonte: „Das ist ein wunderbares Projekt der Gleichstellung und Anerkennung. Künftig werden an der Westküste – und via Internet weltweit – auch Behinderte stolz berichten: „Ich mache Radio! Ich war im Radio!“. Und das als fest beschäftigte Selber-Macher. Der Offene Kanal erweitert damit sein landesweit ohnehin schon breites Angebot der Inklusion. Ich freue mich schon auf die Erfolgsberichte aus dem HusFunk!

Zunächst einmal pro Woche wollen die Werkstattbeschäftigten mit einer selbst gemachten Radiosendung auf den Frequenzen von Westküste FM zu hören sein. Gemeinsam mit einem Medienpädagogen widmen sie sich Themen, die sie interessieren, die aus ihrer spezifischen Lebenswelt stammen, gestalten daraus Radiobeiträge, machen Aufnahmen, wählen Musik aus und moderieren. Die Arbeit umfasst also alles, was zur Produktion einer Radiosendung gehört.

Ministerin Alheit sieht den Gewinn dieses Projektes auf verschiedenen Ebenen: „Damit erweitern die Beteiligten nicht nur ihre allgemeinen Lebenskompetenzen, sondern erlangen vor allem auch Medienkompetenz. Gleichzeitig kommen sie in ihren Sendungen selbst zu Wort und geben damit Einblicke in die Lebenswirklichkeit. Mit dem Radio werden sie dazu beitragen, bestehende Klischees oder Vorurteile abzubauen. Auch das ist ein wichtiger Beitrag auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft“.

Hintergrundinformationen:
HusFunk ist eine Kooperation des OKSH mit den Husumer Werkstätten. Darüber hinaus wird das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt von der Medienstiftung Hamburg Schleswig-Holstein finanziell gefördert. Der OKSH ist Träger von HusFunk, beschäftigt einen Medienpädagogen, stellt und unterhält die Radiotechnik und wickelt die Sendungen über seine Frequenzen von Westküste FM (Heide 105,2 – Garding 97,6 – Husum 98,8 – Wyk 96,7) ab. Die Husumer Werkstätten bieten Menschen mit einer wesentlichen Behinderung auf 570 Arbeitsplätzen eine Beschäftigung in einem von zurzeit 22 verschiedenen Bereichen, die ihren Wünschen und Möglichkeiten entspricht. Die WfbM stellt HusFunk Räume für das Radiostudio zur Verfügung, beteiligt sich an der Finanzierung und organisiert die Teilnahme der Beschäftigten.

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