Nationalpark Wattenmeer: Bruterfolg auf Inseln und Halligen gut

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Nationalpark Wattenmeer: Bruterfolg auf Inseln und Halligen gut
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(CIS-intern) – Den Austernfischern geht es auf den meisten Inseln und Halligen im schleswig-holsteinischen Wattenmeer dieses Jahr relativ gut. Diesen Eindruck hat Bernd Hälterlein von der Nationalparkverwaltung bei Vogelbeobachtungen auf Hooge, Nordstrandischmoor, Südfall, Föhr und Amrum erhalten. Er hat viele Paare mit ein bis zwei Küken beobachtet, manche sogar mit drei Küken, die fast flügge sind. Auch bei den Lachmöwen hat es in der großen Kolonie bei Friedrichskoog mit etwa 8000 Paaren und auf Hallig Südfall sehr viele Junge gegeben, die flügge geworden sind.

Auf dem Festland hingegen brüten Austernfischer zum Beispiel seit Jahren mit immer weniger Erfolg. 193 Gelege wurden insgesamt in diesem Jahr auf der Hamburger Hallig, im Vorland von Westerhever und im Vorland des Hedwigenkooges im Rahmen des Bruterfolgsmonitorings untersucht. Aber kaum ein Küken ist flügge geworden.

Foto: Copyright: Stock / LKN-SH

Genaue Zahlen zum Bruterfolg im Nationalpark Wattenmeer werden erst im Herbst vorliegen. Doch auch dieses Jahr ist wieder deutlich geworden, dass Vögel auf Inseln und Halligen bessere Chancen haben, ihre Jungen aufzuziehen als am Festland.

Das hat vielfältige Ursachen. Zum einen liegt es an Beutegreifern wie Füchsen und Mardern, die auf Eilanden ohne feste Verbindung zum Festland nicht vorhanden sind. In der Flussseeschwalbenkolonie im Vorland des Neufelder Kooges fanden zum Beispiel in den letzten Monaten Füchse und vermutlich auch Minke reiche Beute. Auch in der Lachmöwen- und Seeschwalben-Kolonie am Eidersperrwerk deuten Bissspuren an toten Altvögeln darauf hin, dass Füchse hier auf Beutejagd gehen. Deshalb ist es besonders wichtig, auch in Zukunft darauf zu achten, dass Beutegreifer die Inseln und Halligen ohne feste Verbindung zum Festland nicht erreichen können.

Jedoch hat auch das Wetter wieder eine deutliche Rolle gespielt und Lachmöwen und Seeschwalben zu schaffen gemacht. Zwar gab es keine schweren Hochwasser, aber das nasse und kalte Wetter hat Ende Juni vielen Küken das Leben gekostet. Die Altvögel konnten ihre Jungen nicht genügend wärmen und ausreichend Nahrung für sie heranschaffen, obwohl genug Fische vorhanden waren.

Untersuchungen zum Bruterfolg von Vögeln im Nationalpark Wattenmeer erfolgen stichprobenmäßig. Im Rahmen des trilateralen Monitorings in Deutschland, Dänemark und den Niederlanden werden in ein bis zwei Gebieten je Region bei einigen Vogelarten die Küken ermittelt, die flügge werden. Dazu gehören Löffler, Eiderenten, Austernfischer, Säbelschnäbler, Lachmöwen, Fluss- und Küstenseeschwalben sowie Silber- und Heringsmöwen.

PM: Monika Hecker
Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein