Internationales Flair bei der 11. Fachtagung „Naturerlebnis im touristischen Angebot“ in Husum

Add to Flipboard Magazine.
Teilen
Internationales Flair bei der 11. Fachtagung „Naturerlebnis im touristischen Angebot“ in Husum
Bewerte diesen Beitrag

Tagung_Naturerlebnis_3_klei(CIS-intern) – Auf der 11. Fachtagung „Naturerlebnis im touristischen Angebot“ diskutierten 180 Teilnehmende aus Tourismus, Politik und Naturschutz über die wirtschaftliche Bedeutung von Nationalparken und Welterbestätten. Der Engländer James Rebanks referierte über Welterbestätten, der Däne Holst Christensen über den dänischen Nationalpark Wattenmeer und der Würzburger Professor Hubert Job stellte eine Studie vor, die die wirtschaftlichen Vorteile des Nationalparktourismus bestätigt.

Eröffnet wurde die Tagung von Ralf Müller-Beck, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, der in seinem Grußwort die Wertschätzung der Landesregierung für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer betonte: „Die Auszeichnung des Wattenmeeres als Weltnaturerbestätte würdigt die jahrelange Zusammenarbeit der Akteure vor Ort. Die gute Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Tourismus ist beispielhaft, nicht nur landesweit, sondern auch bundesweit und selbst im Vergleich mit anderen marinen Welterbestätten.“

Foto: Podiumsdiskussion auf der Tagung „Naturerlebnis im touristischen Angebot“ (Copyright-Hinweis: Schnabler/LKN-SH).

Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung von Welterbestätten ist, machte James Rebanks aus England deutlich. Der Erfolg stelle sich jedoch nicht automatisch ein, sondern hänge davon ab, was vor Ort selbst daraus gemacht wird, so der renommierte Wissenschaftler. Die Regionen können die UNESCO-Auszeichnung voller Stolz als kraftvollen Katalysator für eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und der regionalen Identität nutzen. Er zeigte Beispiele, wie kreative Welterbestätten die Chance nutzen, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Lebensqualität zu verbessern.

Demnächst wird man auch in Dänemark an der Westküste mit einem Weltnaturerbe werben können, darauf wies Thomas Holst Christensen hin, der Leiter des dänischen Nationalparks. Denn im Sommer 2014 werde vermutlich auch das dänische Wattenmeer Teil des Weltnaturerbes. In seinem Vortrag erläuterte Christensen die Entwicklung des dänischen Nationalparks, der erst 2010 gegründet wurde. Man setze darauf, die Menschen zu überzeugen und zu informieren. Und da hier anders als im schleswig-holsteinischen Nationalpark auch Inseln und Teile des Marschlandes zum Nationalpark gehören, würden Naturschutzprojekte auch dadurch gefördert, dass Land gekauft werde.

Der dritte Referent, Professor Hubert Job von der Universität Würzburg, beeindruckte mit einer Studie über die regional-ökonomischen Effekte des Tourismus im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und in anderen deutschen Nationalparken. Etwa 2 Millionen Urlauber besuchen jährlich nach seiner Hochrechnung die Nationalparkregion. Das bedeutet etwa 15 Millionen Übernachtungen. Zusätzlich kommen 3,5 Millionen Tagesausflügler hierher. 17,1 Prozent sind „echte Nationalpark-Touristen“, also Gäste, für die der Nationalpark eine große oder sehr große Rolle als Reisemotiv spielt. Allein durch diese Gäste wird in der Nationalpark-Region eine Wertschöpfung von 89 Millionen Euro pro Jahr erzielt. Rechnerisch entspricht das 4741 Vollzeitstellen.

„Dass intakte Natur eine große Bedeutung für Urlauber hat, zeigen auch andere Marktforschungsergebnisse. Aber diese Zahlen überraschen und bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so die Moderatorin der Fachtagung, Constanze Höfinghoff.

Die Vorträge der Referentinnen und Referenten sind in Kürze unter folgendem Link abrufbar: http://www.nationalpark-wattenmeer.de/sh/service/publikationen/diverses

Veranstalter der Tagung waren die Nordsee-Tourismus-Service GmbH, Dithmarschen Tourismus, das Institut für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, das Interreg IVa Projekt „Natur und Tourismus an der deutsch dänischen Nordseeküste“ und die Nationalparkverwaltung Tönning.