Amrum: Sanierung der ältesten Windmühle Schleswig-Holsteins kommt voran

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(CIS-intern) – Die Sanierung der ältesten Windmühle Schleswig-Holsteins kommt voran. Bis zum Jahreswechsel konnte der erste Arbeitsabschnitt an der Windmühle in Nebel auf Amrum abgeschlossen werden. Trotz widriger Wetterbedingungen konnten Reetdachdecker den Mühlenrumpf eingedeckt. Damit ist das Bauwerk zunächst gegen die Witterung geschützt. Die Nebeler Windmühle wurde zwischen 1770 und 1771 auf der höchsten natürlichen Erhöhung Amrums erbaut.

Sie ist ein achteckiger Erdholländer, aus den Niederlanden importiert, und ursprünglich als Graupenmühle mit zwei Gängen genutzt, später zur Getreidemühle umgebaut. Ein weiterer Ausbau erfolgte zum Korn mahlen. Die Mühle war aus allen Himmelsrichtungen der Insel zu sehen. Daraus ergab sich auch die anfängliche Bedeutung als „Seezeichen“ und Orientierungshilfe für vorbeifahrende Schiffe an der Westseite der Insel. Zudem ist die Mühle eines der Wahrzeichen der Insel Amrum.

Foto: Oliver Breuer | Ministerium für Justiz, Kultur und Europa

Die Sanierung wurde notwendig, nachdem bei einem Sturm im August 2011 die Jalousien ab wehten und Bruchstellen in den Flügelruten entstanden. Eine eingehende Begutachtung der Schäden ergab eine Gesamtinvestitionssumme von 188.000 Euro. Nach Spendenaufrufen und Unterstützungszusagen öffentlicher Fördereinrichtungen wurde im August 2012 mit den umfangreichen Reparaturarbeiten begonnen. Nach der Demontage der Kappe wurden weitere Schäden festgestellt, wodurch die Sanierungskosten auf ca. 225.000 Euro stiegen.

Das Landesamt für Denkmalpflege war seit dem Sommer 2011 in die Maßnahmen eingebunden und bewilligte 2012 mit 50.000 € die größte Einzelförderung aus seinem Zuwendungsetat. „Uns liegt der Erhalt und die Nutzung der Windmühle besonders am Herzen. Sie ist nicht nur für Amrum, sondern für ganz Schleswig-Holstein ein herausragendes Kulturdenkmal“, so der zuständige Fachreferent des Landesamtes, Dr. Berthold Köster. Er lobte das Engagement des Vereins, ohne den die Erhaltung der Windmühle nicht möglich wäre. Die fachliche Betreuung der Arbeiten erfolgt durch den Mühlensachverständigen Uwe Karstens, der im November 2012 mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz ausgezeichnet wurde und selbst Besitzer einer historischen Windmühle in Langenrade bei Ascheberg ist.

Die älteste Windmühle Schleswig-Holsteins wurde bereits 1967 in das Denkmalbuch eingetragen. Der Verein zur Erhaltung der Amrumer Windmühle e.V. kümmert sich mit ehrenamtlichen Kräften seit 1964 um den Erhalt und Fortbestand der Mühle.

Die weiteren Sanierungsarbeiten sind wie folgt geplant: Nachdem im Frühjahr die dithmarscher Zimmerei Lommatsch die Mühlenkappe wieder aufgebracht hat, wer-den die neu gefertigten Flügel von der niederländischen Fachfirma Groot Wesseldijk montiert. „Wenn das Wetter mitspielt, können wir die Mühle hoffentlich zum Internationalen Mühlentag (Pfingstmontag) wieder einweihen“, so der Vorsitzende des Amrumer Mühlenvereins, Volker Langfeld.

Weitere Informationen und Berichte über die Reparaturmaßnahmen sind auch unter www.amrumer-windmuehle.com zu finden.

Oliver Breuer | Ministerium für Justiz, Kultur und Europa